Hohberg

Fläche: 2897 ha

Ortsteile:

Erstnennung: 1973 Gründung der Gemeinde Hohberg.


Hohberg - Literatur:
Hohberger Notizen (Jahresheft).


Diersburg

Einwohner:
Statistik
1633: 40 Bürger
1648: 12 Einwohner
1718: 41 Bürger und 10 Hintersassen
1818: 847
1823: 919 (392 ev., 339 kath., 188 jüd.)
1825: 938 (397 ev., 351 kath., 190 jüd.)
1830: 1010 (159 Familien)

1852: 1201 (464 kath., 461 ev., 276 jüd., 225 Familien, 144 Bürger, 28 Bürgerwitwen, 42 Dienstboten)
1855: 1099 (368 ev., 458 kath., 273 jüd., 206 Familien)
1858: 1114 (478 kath., 387 ev., 249 jüd., 204 Familien, 48 Dienstboten)
1861: 1121 (495 kath., 358 ev., 268 jüd., 205 Familien, 149 Dienstboten)

1875: 1032 (361 ev., 541 kath., 130 jüd.)
1890: 949
1900: 1033 (373 ev., 580 kath., 80 jüd.)

1910: 1057 (401 ev., 597 kath., 59 jüd., 214 Haushalte)

1925: 996 (387 ev., 566 kath., 43 jüd.)
1933: 1036 (407 ev., 603 kath., 26 jüd.)
1939: 1046

1946: 1094 (617 kath., 474 ev., 3 andere, 262 Haushalte)

1948: 1148
1950: 1201 (519 ev., 682 kath.)
1959: 1256 (547 ev., 698 kath.)
1981: 1470 (628 ev., 842 kath.)

Erstnennung: 1197
Tiersperc 1197
Tiersberc 1257
Diersberc 1259
Tiersberg 1291
Tyerspergk 1396
Thiersperg 1530


Entstand aus den 2 Siedlungen Tiersberg (bei der Burg) und Regelhofen (im Vordertal, 1488 erwähnt). Nach dem 30jährigen Krieg Neubesiedelung des abgegangenen Regelhofen, das nun den Namen Diersburg übernimmt.

Im Besitz der Herren von Tiersberg (1197-1278 erwähnt), einer Seitenlinie der Geroldsecker. Nach deren Aussterben kam der Ort 1279 durch Erbschaft an die Familie von Schwarzenberg. 1390 erwarben die Herren von Ettendorf (Elsaß) 3/4 und 1398 die Hummel von Staufenberg 1/4. Zwischen 1393-1442 gelangte der Ort durch Kauf in den Besitz der Markgrafen von Baden. 1428 erhält Heinrich Leimer ein Viertel von der Burg mit Zubehör von Baden als Lehen. 1455 kommt eine Hälfte des Ortes als badisches Lehen an die Röder, 1463 auch die andere Hälfte.

Dorf Diersberg 1257 erstmals genannt.
Regelhofen wurde 1393, 1477 und 1488 genannt.

Ortsteile:
Vordertal: Am Stock, Fuchsbühl (ab 1800 besiedelt), Siedlung, Bühnd, Strittmatt, Mühldobel.
Hintertal: Burggraben, Bei der Säge, Beim Schloß, Beim Schuckenhof.

Das Gericht bestand aus Vogt und 12 Mitgliedern. Das Gericht konnte auch Todesstrafen aussprechen (Hochgerichtsbarkeit).

Große Teile der Gemarkung von Diersburg und Oberschopfheim (und die Kirche in Oberschopfheim) waren gemeinsamer Besitz beider Gemeinden. Zur Verwaltung wurden seit 1455 von Diersburg 1 Heimburger gewählt, von Oberschopfheim 2.
1785 teilen sich Diersburg und Oberschopfheim den gemeinsamen Wald und die Allmende.

Einige Wohnhäuser gehörten zur Niederschopfheimer Gemarkung. Diese kamen 1853 und 1939 zur Gemarkung Diersburg. Die Bewohner dieser Häuser waren aber schon seit 1871 dem Standesamt in Diersburg zugeordnet.

Im 19. Jahrhundert Steinkohlenbergbau.

1833-1897 wanderten über 200 Einwohner nach Amerika aus.

Alte Familiennamen:
Feger (1618), Feißt, Keller, Benz, Kuntz (1648), Wehrle (1686), Rösch (1694, aus Biberach), Kempf (aus Berghaupten), Meier (1704), Harter (1734, aus Schwaibach), Seger ( Altdorf in der Schweiz), Heizmann (1735, aus Biberach), Spitzmüller (1811, aus Oberschopfheim).

Jüdische Einwohner seit 1737 nachweisbar, 1759 11 Haushalte mit Schule und Synagoge.
Seit 1792 entsteht in der Strittmatt eine jüdische Ansiedlung mit Synagoge von 1801.
Jüdischer Friedhof (auch von den Juden von Friesenheim benutzt) mit Gräbern von 1773-1936.

Kirche:
Gehörte ursprünglich zur Pfarrei Oberschopfheim.
Seit 1471 finden in der Burgkapelle Gottesdienste statt (wohl bis zur Zerstörung der Burg 1633). 1529 Einführung der Reformation. 1630 (oder 1632) nach Wiedereinsetzung eines katholischen Geistlichen in Oberschopfheim Rückkehr eines Teils der Bevölkerung zum katholischen Glauben. Die evangelischen Einwohner kamen zur Pfarrei Friesenheim, 1676 vorübergehend zu Kippenheim. Die evangelischen Pfarrer hielten in der Oberschopfheimer Leutkirche Gottesdienst.
Seit 1767 eigene evangelische Pfarrei.
1790 Bau der evangelischen Pfarrkirche, Neubau 1974.
Evangelisches Kirchenbuch seit 1768, davor siehe Ichenheim und Kippenheim.
1831 Bau der katholischen Pfarrkirche St. Karl Borromäus.
Bis 1864 wurde die katholische Gemeinde als Filiale der Pfarrei Oberschopfheim von einem Vikar betreut, eigene katholische Pfarrei seit 1864.
Katholisches Kirchenbuch: seit 1810, davor siehe Oberschopfheim
Katholische Familien 1810-1870 siehe http://mortenau.org/diersburg/

Diersburg - Literatur:
Josef Bayer, Michael Bayer: Diersburg im Wandel der Geschichte. Gemeindeverwaltung Hohberg, Offenburg 1984, 151 Seiten.
Martin Burkhardt: Archiv der Freiherren Roeder von Diersburg : Urkundenregesten 1310-1812. Kohlhammer, Stuttgart 2007, 220 Seiten.
Historischer Verein Mittelbaden, Mitgliedergruppe Hohberg: Diersburg. Die Geschichte einer Jüdischen Landgemeinde 1738-1940. Haigerloch Verlag Medien und Dialog, 2000, 236 Seiten.
Helge Steen: Badische Kohle : der Steinkohlenbergbau bei Berghaupten und Diersburg nach 1890. Books on Demand, Norderstedt 2005, 100 Seiten.


Internetquellen:
Badische Landesbibliothek: Verzeichnis der am 22. Oktober 1940 aus Baden ausgewiesenen Juden, aus Diersburg Nr. 5070-5080.
Evangelische, katholische und jüdischen Familien von Diersburg 1810(1813)-1870.
Landkarten, Pläne:
Landesarchiv: "Topographischer Plan über den im Oberamt Mahlberg liegenden Bann Oberschopfheim nebst dem darinn enthaltenen Dorf Diersburg" 1785.
Landesarchiv: "Plan über den grundherrlichen Familien-Wald der Herrn Roeder zu Diersburg auf den Gemarkungen Niederschopfheim, Diersburg und Reichenbach" zwischen 1846 und 1852.


Hofweier

Einwohner:
Statistik
1613: 74 Bürger
1647: 22 Bürger
1763: 146 Bürger und 20 Witwen
1809: 960 (183 Häuser incl. Ökonomiegebäude)
1818: 1000
1823: 1043 (1043 kath.)
1825: 1068 (1068 kath.)
1830: 1137 (216 Familien)
1852: 1181

1852: 1181 (1178 kath., 3 ev., 285 Familien, 230 Bürger, 51 Bürgerwitwen, 79 Dienstboten)

1855: 1096 (1089 kath., 7 ev., 254 Familien)

1858: 1167 (1153 kath., 14 ev., 264 Familien, 114 Dienstboten)
1861: 1160 (1157 kath., 3 ev., 268 Familien, 105 Dienstboten)

1875: 1162 (1144 kath., 18 ev.)
1900: 1287 (1276 kath., 11 ev.)
1905: 1388

1910: 1484 (1468 kath., 16 ev., 301 Haushalte)

1925: 1664 (1643 kath., 21 ev.)
1933: 1756
1939: 1824
1946: 1808 (1784 kath., 24 ev., 443 Haushalte)
1948: 1955
1952: 2138
1963: 2630

Erstnennung: 1111
Hofwilre 1111
Hoviwilar ca. 1139 (zwischen 1101 und 1145)
Hovenwilere 1139
Hofwilr 1300
Hoffenweyller 1352
Hufwiler 1361
Hofwyr 1468
Hofweyr 1504


Wohl als zähringisches Lehen zuerst bei den Rittern von Hofweier. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts war der Ort im Besitz der Herren von Tiersberg, einem Zweig der Geroldsecker.

Nach deren Aussterben kam der Ort (zusammen mit Diersburg und Schutterwald mit Höfen) 1279 durch Erbschaft an die Familie von Schwarzenberg. 1398 erwarben Burkhard und Wilhelm Hummel von Staufenberg den Ort. 1423 teilten die Hummel Hofweier und Schutterwald in 2 Hälften. 1441 verkauft Burkhard Hummel seinen Anteil an Hofweier und Schutterwald an die Kurpfalz (die 1461 ihren Besitz in Schutterwald und Hofweier an Albrecht Wolf von Offenburg verpfändet, 1513 ging dieser Anteil an die von Schauenburg über). 1472 wird der andere Teil von Hofweier und Schutterwald an den ortenauischen Landvogt Bernhard von Bach verkauft. 1530 erwirbt Georg von Bach auch die andere Hälfte.

Von 1506-1806 bestand die Herrschaft Binzburg, die aus Hofweier, Niederschopfheim und Teilen von Schutterwald bestand.
1538 fallen Hofweier, der binzburgische Teil von Schutterwald und eine Hälfte von Niederschopfheim als Erbe an die Ritter von Cronberg (und 1608 an von Dalberg), die andere Hälfte von Niederschopfheim an von Fleckenstein, von Dalberg, von Cronberg, Brömser von Rüdesheim, von Sickingen und Graf Metternich, die ihren Teil 1712 an die von Bettendorf verkaufen.
Für wenige Jahre in der Hand von Johann Carl Adolf von Bettendorf der 1706 stirbt. Binzburg fällt nun an dessen Witwe (+ 1724) und ihre 3 Töchter (verheiratet mit von Erthal, Schenk von Staufenberg, von Franckenstein).
1742 kam es zur Teilung zwischen von Erthal und von Franckenstein. Hofweier und der Anteil von Schutterwald kamen zu Erthal (Binzburg-Hofweier), Niederschopfheim (mit dem 4. Teil von Allmannsweier und Wittenweier) an Franckenstein (Binzburg-Niederschopfheim).
1805 kam die ganze Herrschaft an die von Franckenstein.

Sitz von Amtmann und Verwaltung war bis zum 30jährigen Krieg die Binzburg (in dem Gefängnis saßen noch im 17. Jahrhundert Gefangene) in Hofweier, danach das Amtshaus in Offenburg.

Der binzburgische Amtmann erlangt mit der Zeit die Abwicklung der freiwilligen Gerichtsbarkeit (Verträge), die noch im 16. Jahrhundert vom Gericht erledigt wurde. Er ist auch zuständig für schwerere Vergehen. Im 18. Jahrhundert ist er für die meisten Aufgaben der Gerichtsbarkeit zuständig.

Das Gericht setzte sich aus Vogt (1461 erstmals ein Vogt erwähnt) und 12 weiteren Mitgliedern (einer davon der Stabhalter) zusammen. Vogt, Stabhalter und Gericht wurden von der Herrschaft ernannt. Nachdem der Amtmann im Laufe der Zeit immer mehr Aufgaben an sich zieht, die ursprünglich durch das Gericht verhandelt wurden, wurden vom Gericht nur noch leichtere Vergehen verhandelt.
Ab 1701 war ein Heimburger, als Gemeinderechner tätig, 1754 2 Heimburger, 1762 als Bürgermeister bezeichnet. Das Amt wurde jährlich neu vergeben.

1609 und schon lange davor war zur Aufnahme als Bürger der Besitz von mindestens 50 Gulden in bar notwendig, im 18. Jahrhundert 300 Gulden.
Nur Freie wurden als Bürger in der Herrschaft Binzburg aufgenommen.

Die Handwerker gehörten zur Zunft in Niederschopfheim.

In Anwesenheit französischer Truppen wird 1796 der Pfarrhof von Einwohnern aus Hofweier ausgeraubt.

1813/14 starben 100 Menschen während einer Seuche.

1870 sterben 63, 1871 71 Menschen, die meisten an den Blattern.

Nach dem 30jährigen Krieg Einwanderungen aus der Schweiz und Tirol.
Nach 1769 Auswanderungen nach Ungarn.
Ca. 100 Einwohner wanderten nach Amerika aus.

Alte Familiennamen:
Göppert (1515), Wolk (1515), Gegg (1545), Urich (1560), Fink (1560), Schimpf (1613), Schilli (1647), Beyle (1664), Gaß (1664), Bauert (1664), Wörter (1680), Stoll (1677), Littenecker (1689), Rubi (1682), Bayer (1698), Isenmann (1699), Schulz (1708), Schaub (1737), Isen (1749).

Kirche:
Leutpriester 1298 und Kirche 1312 erstmals erwähnt.
1440 war Schutterwald Filialkirche von Hofweier.
1534 bis 1570 versuchen die Röder als Patronatsherren mit der Einsetzung von protestantischen Pfarrern vergeblich die Reformation einzuführen.
St. Gallus Kapelle, erbaut 1730.
Katholische Pfarrkirche St. Gallus, erbaut 1765.
Kirchenbuch: 1642-1644 und seit 1669

Hofweier - Literatur:
200 Jahre katholische Pfarrkirche Hofweier. Hofweier 1963, 69 Seiten.
Josef Bayer: Der Dialekt des Dorfes Hofweier. Hofweier, ca. 1990, 82 Seiten.
Otto Kähni: Hofweier in Geschichte und Gegenwart. Gemeindeverwaltung Hofweier 1972, 215 Seiten.


Internetquellen:

 Landkarten, Pläne:

Landesarchiv: "Topographischer Entwurf über den District des Sunzweyerer Banns von dem Hohen Felsen... bis die Höhe des so genannten jungen Walde zum Bellenberg gehörig" [Zunsweier, Berghaupten, Hofweier; mit Bergwerke] 1764.


Niederschopfheim

Einwohner:
Statistik
1545: 83 Bürger
1603: 116 Bürger (94 Häuser)
1613: 119 Bürger
1634: 202 (68 Bürger)
1647: 27 Bürger
1653: 43 Bürger
1654: 46 Bürger
1664: 52 Bürger
1667: 58 Bürger
1685: 80 Bürger
1687: 77 Bürger
1744: 705
1745: 691
1749: 734
1752: 689
1753: 693
1763: 810
1766: 855
1775: 832
1790: 970
1808: 1095
1809: 1080 (196 Häuser)
1811: 1060 (263 Bürger)
1818: 1113
1823: 1212 (1212 kath.)
1825: 1244 (1244 kath.)
1830: 1340 (292 Familien)

1852: 1315 (1315 kath., 284 Familien, 262 Bürger, 49 Bürgerwitwen, 51 Dienstboten)

1855: 1231 (1230 kath., 1 ev., 266 Familien)

1858: 1237 (1231 kath., 6 ev., 297 Familien, 80 Dienstboten)
1861: 1241 (1237 kath., 4 ev., 268 Familien, 74 Dienstboten)

1875: 1272 (1251 kath., 21 ev.)
1900: 1409 (1379 kath., 30 ev.)

1910: 1471 (1458 kath., 13 ev., 330 Haushalte)

1919: 1514
1925: 1613 (1580 kath., 33 ev.)
1933: 1660
1938: 1601
1939: 1612

1946: 1668 (1638 kath., 30 ev., 436 Haushalte)

1948: 1780
1952: 2283
1959: 2147 (1910 kath., 228 ev.)
1964: 2361

Erstnennung: 763
Scopfheim 763
Scofhaim 777
Schopfheim 1050
Scopheim 1066
Scophheim 1130
Scopfheim 1139
Scoppheim 1179
Schophen 1275
Niderenschopfheim 1289
Niderschopfheim 1359
Niederschopfheim 1436
niedern Schopfe 1477


Laut klösterlicher Überlieferung soll Schopfheim durch Bischof Eddo an Kloster Ettenheimmünster gekommen sein und wurde dem Kloster zwischen 1082 und 1111 entfremdet.

Das frühere Schopfheim wurde in Nieder- und Oberschopfheim getrennt.

Vom 11. bis 13. Jahrhundert wird der Ortsadel erwähnt. Die Bischöfe von Straßburg vergaben den Ort als Lehen: von Windeck (vermutlich schon 1276), von Bach (ab 1436 zusammen mit Windeck, 1447 bis 1538 allein).

Von 1506-1806 bestand die Herrschaft Binzburg, die aus Hofweier, Niederschopfheim und Teilen von Schutterwald bestand.
1538 fallen Hofweier, der binzburgische Teil von Schutterwald und eine Hälfte von Niederschopfheim als Erbe an die Ritter von Cronberg (und 1608 an von Dalberg), die andere Hälfte von Niederschopfheim an von Fleckenstein, von Dalberg, von Cronberg, Brömser von Rüdesheim, von Sickingen und Graf Metternich, die ihren Teil 1712 an die von Bettendorf verkaufen.
Für wenige Jahre in der Hand von Johann Carl Adolf von Bettendorf der 1706 stirbt. Binzburg fällt nun an dessen Witwe (+ 1724) und ihre 3 Töchter (verheiratet mit von Erthal, Schenk von Staufenberg, von Franckenstein).
1742 kam es zur Teilung zwischen von Erthal und von Franckenstein. Hofweier und der Anteil von Schutterwald kamen zu Erthal (Binzburg-Hofweier), Niederschopfheim (mit dem 4. Teil von Allmannsweier und Wittenweier) an Franckenstein (Binzburg-Niederschopfheim).
1805 kam die ganze Herrschaft an die von Franckenstein.

Sitz von Amtmann und Verwaltung war bis zum 30jährigen Krieg die Binzburg (in dem Gefängnis saßen noch im 17. Jahrhundert Gefangene) in Hofweier, danach das Amtshaus in Offenburg.

Der binzburgische Amtmann erlangt mit der Zeit die Abwicklung der freiwilligen Gerichtsbarkeit (Verträge), die noch im 16. Jahrhundert vom Gericht erledigt wurde. Er ist auch zuständig für schwerere Vergehen. Im 18. Jahrhundert ist er für die meisten Aufgaben der Gerichtsbarkeit zuständig.

Das Gericht setzte sich aus Vogt (1470 erstmals ein Vogt erwähnt) und 12 weiteren Mitgliedern (einer davon der Stabhalter) zusammen. Vogt, Stabhalter und Gericht wurden von der Herrschaft ernannt. Nachdem der Amtmann im Laufe der Zeit immer mehr Aufgaben an sich zieht, die ursprünglich durch das Gericht verhandelt wurden, wurden vom Gericht nur noch leichtere Vergehen verhandelt.
Ab ca. 1700 war ein Heimburger als Gemeinderechner tätig, ab 1762 wird er Bürgermeister bezeichnet.

1392 wird der Ort von den Straßburgern geschädigt.

1470 wird der Ort von der Pfalz (bzw. deren Verbündeten) überfallen und in Brand gesteckt.

1634 gab es 53 Ehepaare, 1 ledigen Mann, 15 Witwer, 17 Witwen, 36 Kinder, 17 Waisen, 10 Hausangestellte.

1677 ist die Bevölkerung zum Teil in Offenburg und anderen Orten.
Ab 1689 halten sich manche Bewohner wieder an anderen Orten auf.

1723 Rebellion in Niederschopfheim, in deren Verlauf eine eine Truppe Soldaten aus Kehl im Dorf einmarschiert und 4 Bürger ins Gefängnis nach Kehl bringen lässt. Nach einem Überfall von 40 Bürgern auf die Soldaten werden weitere 8 Bürger ins Gefängnis nach Kehl geschickt.

1748 Gründung einer Handwerkerzunft.

1750 sterben bei einer Fieberepedemie 47 Personen.

Für die Bürgeraufnahme musste um 1770 20 Gulden bezahlt werden.

1852-1926 Auswanderung von 107 Einwohnern.

Alte Familiennamen:
Ehret (1545), Eggs (1613), Kühne (1545), Pfeffer (1688), Franz (1613), Harter (1808), Gallus (1749), Kempf (1749), Mättler (1688), Roth (1809), Schaub (1613), Saar (1688)

Ende des 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts (noch 1631 erwähnt) lebten einige Juden in Niederschopfheim. Während des 30jährigen Krieges zogen einige jüdische Einwohner nach Offenburg.

Kirche:
Zusammen mit Oberschopfheim war vielleicht die ursprüngliche Pfarrkirche die Gutleutkirche.
1318 Pfarrer und Kirche in Schopfheim erwähnt, 1418 Pfarrer in Niederschopfheim erwähnt.
Kapelle (oberhalb des Dorfes), erbaut 1731.
Katholische Pfarrkirche St. Brigitta, erbaut 1756, Taufstein von 1616.
Kirchenbuch: seit 1595
Familien 1806, 1810-1870 siehe http://mortenau.org/niederschopfheim/
Der Friedhof wurde 1815 nach außerhalb des Dorfes verlegt. Mehrere ältere Grabsteine eingemauert in der Mauer um den Kirchplatz, dem früheren Friedhof.

Niederschopfheim - Literatur:
Wilhelm Bartelt: Heimatkunde von Niederschopfheim. Freiburg 1964, 274 Seiten.
Hermann Löffler: Die Kirche Sankt Brigitta in Niederschopfheim. 2003, 135 Seiten.


Internetquellen:
Familien von Niederschopfheim 1722-1875.
Landkarten, Pläne:
Landesarchiv: "Auszug aus dem Schutterabtroknungs-Plan" [von Niederschopfheim, Schutterzeller Mühle, Dundenheimer Mühle, Mörburgerhof, Höfen (Höfen irrtümlicherweise in "Hofweier" korrigiert)] 1812.
Landesarchiv: "Plan über das in den Gemarkungen Dundenheim, Altenheim, Ichenheim und Niederschopfheim liegende herrschaftliche Erblehenguth, welches der Bürger Johannes Lehmann von Dundenheim als Erblehenträger im Besitz hat" 1830.
Landesarchiv: "Plan über den grundherrlichen Familien-Wald der Herrn Roeder zu Diersburg auf den Gemarkungen Niederschopfheim, Diersburg und Reichenbach" zwischen 1846 und 1852.